Alternative Praxen in der Gegenwart und ihre ethnografische Erforschung: Schamanismus als Beispiel

Das Fach Kulturanthropologie/Volkskunde an der JGU Mainz lädt ein zum Gastvortrag von Jun.-Prof. Dr. Mirko Uhlig (Mainz).

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 29. Januar 2020, in der Zeit von 14 bis 16 Uhr im Hörsaal P2 (Philosophicum) im Rahmen der Vorlesung über „Medizinische Anthropologie“ statt. Gäste sind herzlich willkommen!

Nicht nur in prekären Lebenslagen wenden sich Menschen ätiologischen Konzepten zu, deren Wirk- und Ursachenerklärungen gemeinhin der „Esoterik“ zugerechnet werden. Diese, so die landläufige Meinung, übe auf das spätmoderne Individuum eine große Anziehungskraft aus, würde sie doch Alternativen zur „kalten“ Technikgläubigkeit der „Biomedizin“ bieten. Im Zentrum der kulturanthropologisch-volkskundlichen Betrachtung steht der konkrete Mensch bei seiner Suche nach Heil und Heilung, wodurch nicht nur Gelingendes, sondern auch Widersprüchliches in den Blick genommen wird. Dabei zeigt sich u.a., dass „schulmedizinische“ und „esoterische“ Praktiken nicht per se unvereinbare Gegensätze darstellen – so sie empirisch überhaupt so dichotomisch platt greifbar sind –, sondern sich in der alltäglichen Aushandlung mitunter vermischen, was bisweilen zu neuen Formen der sinnhaften Bewältigung prekärer Lebenslagen führt. Diese können als kulturell ausgehandelte Problemlösungsversuche gedeutet werden.

In seinem Vortrag wird Mirko Uhlig vor allem Erfahrungen aus der Feldforschung und Möglichkeiten des Umgangs mit ambivalenten Situationen sowie deren Verschriftlichung diskutieren. Denn dabei handelt es sich um Kernprobleme jeder ethnografischen Bemühung, vor die sich bereits die Studierenden gestellt sehen.

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