2020

 

Das Jahr 2020 verlief leider ganz anders als ursprünglich geplant: Durch das Auftreten der Corona-Pandemie konnten sowohl die Mitgliederversammlung als auch die angedachte Exkursion nicht realisiert werden. Eine Zusammenkunft der Mitglieder war bei keiner Gelegenheit möglich. Lediglich der Vorstand und der wissenschaftliche Beirat trafen sich am 7. Mai und am 16. Dezember 2020 im digitalen Raum, um die aktuelle Lage zu erörtern und die anstehenden Aufgaben weiterzuführen. Trotz solcher Widrigkeiten blickt unsere Gesellschaft eigentlich auf ein recht erfolgreiches Vereinsjahr zurück.

Von Masterstudierenden des Faches Kulturanthropologie/Volkskunde der Universität Mainz wurde ein zweisemestriges Projekt unter der Leitung von Thomas Schneider und Mirko Uhlig abgeschlossen, das die Herausgabe eines umfangreichen Katalogs und die Erarbeitung einer Ausstellung im Stadtmuseum Mainz umfasste. Der Katalog mit dem Titel „Ansichtssache. Mainz 1960 bis 1980 in den Fotografien von Viktor Brüchert“ erschien als Doppelband 34/35 unserer Zeitschrift „Volkskunde in Rheinland-Pfalz“ und war bereits kurz nach seinem Erscheinen – trotz erhöhter Auflage – ausverkauft. Die Mainzer Allgemeine Zeitung hatte (am 8. Oktober 2020) in sehr positiver Weise über diesen aufwendig gestalteten Bildband berichtet und damit für einen guten Absatz gesorgt. Die Fotoausstellung konnte wegen der Auflagen für Kultureinrichtungen unter Corona-Bedingungen leider nur sehr verkürzt im Stadtmuseum präsentiert werden (s. Bilder des Jahres).

Neben der Zeitschrift entwickelte sich auch die Schriftenreihe unserer Gesellschaft „Mainzer Beiträge zur Kulturanthropologie/Volkskunde“ sehr gut weiter. Wie im letzten Jahr schon angekündigt, konnten 2020 insgesamt drei Bände herausgebracht werden:

Band 18
Johanne Lefeldt: Alltag in Vielfalt. Eine ethnographische Studie in Brooklyn, 488 Seiten.

Band 19
Mirko Uhlig, Dominique Conte (Hrsg.): Recht gläubig? Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf das Verhältnis von Religion und rechtlicher Normierung im Alltag, 186 Seiten.

Band 20
Michael Simon (Hrsg.): Audiovisionen des Alltags. Quellenwert und mediale Weiternutzung, 187 Seiten.

Band 20 wurde allen Vereinsmitgliedern als Mitgliedergabe im Herbst zugeschickt. Zusammen mit der Zeitschrift ist damit das Erscheinen von insgesamt 1137 Druckseiten durch die Gesellschaft ermöglicht worden. Die finanzielle Last ist allerdings nicht nur durch unseren Verein getragen worden, sondern wurde in erheblichem Umfang auch mit der Universität Mainz und anderen Geldgebern geteilt. Auch für das nächste Jahr wurden weitere Publikationen geplant und konnten für den Druck vorbereitet werden. Im Einzelnen handelte es sich dabei um die Dissertationen von Julia Gehres zum venezianischen Karneval, von Theresa Perabo über Wilhelm Mannhardt und die Anfänge der Volkskunde sowie die Arbeit von Andrea Sell über die Trimm-Aktion des DSB. Darüber hinaus liefen die Arbeiten an der Veröffentlichung der Beiträge zur Heimat-Tagung weiter und an der Herausgabe eines neuen Dokumentarfilms, der sich mit dem Stolpersteinprojekt in Mainz auseinandersetzt und von Zara Rudow gedreht wurde.

Bilder von der Fotoausstellung „Ansichtssache. Mainz 1960 bis 1980 in den Fotografien von Viktor Brüchert“ im Stadthistorischen Museum Mainz: