Die “Musfallskrämer” aus der Eifel

Studien zur Volkskultur in Rheinland-Pfalz Band 1

Hildegard Ginzler
Die “Musfallskrämer” aus der Eifel
Mainz 1986, 181 Seiten, 29 Abbildungen
ISBN: 3-926052-00-7
Preis: € 12.-

Hildegard Ginzler untersucht in ihrer Arbeit die Entstehung und Entwicklung der Drahtwarenherstellung in Neroth von ihren Anfängen bis in die 1960er Jahre. Das Gewerbe etablierte sich in Neroth in den 1830er Jahren, als Theodor Kläs die Arbeitstechnik in dem Eifeldorf publik machte. Er hatte sie bei seinen Reisen im ungarischen Komitat Trentschin kennen gelernt. Die slowakischen Rastelbinder entwarfen ihre Produkte, stellten sie her und waren außerdem für den Verkauf im Rahmen des Wandergewerbe zuständig.

Man nannte sie “Mäusefallenhändler” und die Nerother “Mousfallskrämer” folgten ihrem Beispiel. Die Frage nach den Gründen für die Einführung des ortsfremden Gewerbes lässt sich mit der wirtschaftlichen Notlage der Menschen in Neroth erklären. In der Zentraleifel war die Landwirtschaft durch verschiedenste Faktoren unrentabel und auch das Handwerk hatte wenig Chancen. Im 19. Jahrhundert führten aufeinanderfolgende Missernten zu einer regelrechten Katastrophe.

Daraus resultierend mussten Strategien entwickelt werden, um dieser verheerenden Entwicklung entgegen zu wirken. Das Drahtgewerbe war sehr geeignet, da es in Heimarbeit ausgeübt werden konnte. Sowohl alte Menschen als auch Schulkinder konnten dabei mithelfen. Zudem eignete sich die Ware hervorragend für den Hausierhandel und zu Beginn der Drahtwarenherstellung verkauften die Erzeuger ihre Artikel selbst.

Außer den stark nachgefragten Mäusefallen in vielen verschiedenen Größen gehörten Kocheinsätze, Schneebesen, Maulkörbe oder Obstschalen zu ihrem vielseitigen Sortiment. Die Einführung des Drahtwarengewerbe kann als überaus wirksame Innovation angesehen werden, mit der über lange Zeit Armut gelindert werden konnte.

Zusammenfassung von Uta Weber
Das Buch kann per Mail oder im Buchhandel bestellt werden
(ISBN: 3-926052-00-7).