17 – 2 / 2002: Johann Georg, Herzog zu Sachsen

 

Hildegard Frieß-Reimann
Johann Georg, Herzog zu Sachsen
Suchender und Sammler im christlichen Orient

 

Das Kunsthistorische Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist seit dem Jahre 1950 Eigentümer einer Sammlung, die der Wettiner Prinz Johann Georg in den Jahren 1900 bis 1930 zusammengetragen hat und die nach dem Zweiten Weltkrieg in Freiburg i.Br. zum Verkauf angeboten wurde.Das damalige Kultusministerium des Landes Rheinland-Pfalz konnte zirka 1.000 Objekte erwerben und übergab sie dem Institut.

Dreißig Jahre später wurden die Gegenstände als Dauerleihgabe dem Mittelrheinischen Landesmuseum Mainz überlassen, da eine Präsentation an der Universität aus räumlichen Gründen nicht möglich war. Aber auch im Landesmuseum konnte nur ein Teil der Sammlung in den Schauräumen ausgestellt werden.
Den Schwerpunkt der Mainzer Sammlung bilden römische Antiken, Glasgefäße, Tongefäße, Reliefs und Fragmente Ägyptens, spätantike Elfenbeinarbeiten, Grafiken, Ikonen aus Rußland und dem Mittelmeerraum, liturgisches Gerät der russisch-orthodoxen und koptischen Kirche, Metallikonen, Rosenkränze, Kreuze aus Metall und Holz des östlichen Mittelmeerraums und Pilgerandenken aus Jerusalem und vom Kloster Athos / Griechenland.

Im Sommer 2002 wurde durch Dr. Birgit Heide vom Landesmuseum und Dr. Andreas Thiel, Abteilung Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte der Universität Mainz, eine Neukonzeption der Präsentation der Prinz Johann Georg-Sammlung im Museum erarbeitet und der Öffentlichkeit vorgestellt. Zwar konnten dabei nicht alle Gegenstände auf der Empore der Steinhalle im Landesmuseum gezeigt werden, aber eine umfangreiche Katalogbearbeitung der Bestände, eine wissenschaftliche Neubearbeitung der unterschiedlichen Sachgebiete und eine Neuaufstellung sind für das Jahr 2004 in Aussicht gestellt.

Die einzelnen Sammlungsbereiche werden bei dieser Gelegenheit von mehreren Fachleuten verschiedener Disziplinen bearbeitet. In der Abteilung Kulturanthropologie/Volkskunde läuft unter Leitung von Dr. Hildegard Frieß-Reimann ein Projekt mit Studierenden, welche die Objekte, die bisher vorwiegend in Depot lagern, neu bearbeiten und Texte für den Katalog erstellen. Die von der Projektgruppe untersuchten Gegenstände lassen sich nur schwer unter einem prägnanten Thema vereinigen, zu unterschiedlich ist ihre Herkunft und wohl auch ihr Gebrauch. Sie können als Reise- und Wallfahrtsandenken betrachtet, als religiöse Volkskunst aus Rußland und des östlichen Mittelmeerraumes, aber auch als Massenware von Bildern/Zeichen gesehen werden. In dieser kurzen Abhandlung soll versucht werden, den Lebensweg des Prinzen Johann Georg, seine Studien, seine Interessen und damit den Hintergrund der laufenden Projektarbeit vorzustellen.

 

Biographie

Johann Georg, Herzog zu Sachsen aus dem Hause Wettin, war das sechste von acht Kindern (Abb. 1) und der zweite Sohn von Georg von Sachsen und Maria Anna Infantin v. Portugal und Algarbien. Im Jahre 1869 am 10. Juli wurde er in Dresden geboren und erhielt eine hervorragende Privatausbildung. Nach dem Abitur studierte er 1889/90 gemeinsam mit seinem ein Jahr jüngeren Bruder Max an der Universität Freiburg Staats- und Rechtswissenschaft. Danach wechselten beide den Studienort und zogen nach Leipzig. Johann Georg hörte vor allem Vorlesungen zur Geschichte und Kunstgeschichte. Die Prinzen erhielten anschließend eine militärische Ausbildung, Johann Georg trat aber im Jahre 1907 wieder aus dem aktiven Militärdienst aus und beendete seine Laufbahn als General der Infanterie. Max war im Jahre 1892 in Jura promoviert worden, und nach dem Militär ging er zum Theologiestudium nach Eichstätt. Die Hochzeit von Johann Georg mit Maria Isabella von Württemberg fand am 5. April 1894 in Stuttgart statt. Zehn Jahre später verstarb Maria Isabella (Abb. 2) 33jährig in Dresden. Im Jahre 1906 ging der Prinz eine zweite Ehe ein (Abb. 3). Diesmal heiratete er in Cannes Maria Immaculata di Borbone. Beide Ehen blieben kinderlos. Wohnsitz des Prinzen war seit 1902 Schloß Weesenstein, das er bis zum Ende der Monarchie besaß (Abb. 4).

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Absetzung seines Bruders Friedrich August als sächsischer König siedelte Johann Georg mit seiner Frau nach Freiburg über, in die Stadt, in der er studiert hatte, und blieb dort bis zu seinem Lebensende. Reisen, Publizieren und das Halten von Vorträgen bestimmten seinen Alltag. Seine Interessen nach dem Ausscheiden aus dem Militärdienst galten, wie schon erwähnt, der Kunstgeschichte des christlichen Orients, der sächsischen Landesgeschichte, den osteuropäischen Kunstschätzen und der Kunst des 19. Jahrhunderts und der der Nazarener. Schon sehr früh war er aktives Mitglied in ver-schiedenen Vereinen. Hier können nur einige genannt werden: Regelmäßig besuchte er die Mitgliedervesammlungen der Görres-Gesellschaft, seit der Wiederbegründung der Deutschen Dante-Gesellschaft 1915 war er ihr Protektor und bis zum Ende des Ersten Weltkriegs aktiv im Sächsischen Altertumsverein tätig. Neben vielen Aufsätzen schrieb er eine Biographie über seinen Onkel König Albert von Sachsen (1828-1902).

Während eines Besuchs seiner Schwägerin auf Schloß Althausen / Württemberg verstarb Johann Georg am 24. November 1938. Seine Frau siedelte nach dem Tode ihres Mannes in die Schweiz über und verstarb dort im Jahr 1947.

 

Reisen – Wallfahrten – Expeditionen

Was den Prinzen bewogen haben mag, seine besondere Aufmerksamkeit auf die Liturgie, die Kulte und die Klöster der orthodoxen Christen zu richten, ist noch nicht ganz geklärt.
Offensichtlich ist seine Herkunft aus einer streng religiösen Familie, wobei als Besonderheit das Bekenntnis des Hauses Wettin zum katholischen Glauben zu erwähnen ist. Mit dem Erwerb der polnischen Königskrone hatte August der Starke 1697 den Glaubenswechsel vollzogen, was zu der paradoxen Situation führte, daß im Land der Reformation ein katholisches Herrscherhaus regierte. War diese Hinwendung zum Katholizismus zunächst rein politisch motiviert, so verfestigte sie sich doch in den folgenden Generationen durch wahre Inbrunst. König Georg, der Vater von Prinz Johann Georg, galt nach dem frühen Tode seiner Frau etwa als besonders religiös. Von Johann Georg selbst wurde gesagt, daß er von morgens bis abends die Geschichte der Päpste las. Sein jüngerer Bruder Max war, wie erwähnt, Priester geworden und hatte seit 1900 einen Lehrstuhl für Kirchenrecht und Liturgie an der katholischen Universität Freiburg/Schweiz inne.

Zwischen 1903 und 1909 führten ihn mehrere Reisen in den Vorderen Orient, nach Griechenland, Rußland und die Balkanländer, wo er sich intensiv mit den Inhalten der orthodoxen Kirchen auseinandersetzte. Damit er die dabei eingesehenen Texte verstehen konnte, erlernte er sogar die kirchenslawische, syrische und armenische Sprache. Die Texte, die sich in erster Linie mit liturgischen Inhalten befaßten, übersetzte er dann ins Lateinische.
Reisen in den Orient waren seit dem frühen 19. Jahrhundert nichts Ungewöhnliches mehr. Altertumskundler aus dem westlichen Europa, die Grabungen und Expeditionen mit verschiedenen Zielsetzungen im östlichen Mittelmeergebiet durchführten, lenkten das starke Interesse der Westeuropäer nicht nur auf die Zeugnisse untergegangener Kulturen, sondern auch verstärkt auf die Erforschung der biblischen Stätten und der christlichen Gemeinschaften des Morgenlandes. Außerdem gab es vermehrt Wallfahrten zu den Heiligen Stätten, an denen nicht nur Adlige und Kirchenmänner teilnahmen, sondern auch Lehrer, Bauern und Handwerker, die sich diese Reise leisten konnten oder sich ihren Lebenswunsch erfüllten.

Über seine frühen Reisen ins westeuropäische Ausland und nach Rußland in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts hat uns Prinz Johann Georg wenig hinterlassen. Die Aufenthalte standen wohl im Zusammenhang mit seinem diplomatischen Wirken als Mitglied des Sächsischen Königshauses. Nach Ägypten, auf den Sinai, nach Palästina und Syrien reiste Johann Georg zum ersten Mal im Jahre 1910. Sechs weitere mehrmonatige Unternehmungen in den Orient folgten bis zum Jahre 1930, bei denen er zahllose Klöster und Kirchen aufsuchte.

Als Vorsitzender des Sächsischen Roten Kreuzes reiste er während des Ersten Weltkrieges mehrmals nach Rußland und Polen. In seiner Abhandlung „Kunst und Kunstforschung im slavischen Osten“, die 1919 erschien, läßt er uns teilhaben an seinen Besuchen in Kiew und weiteren russischen Städten. Die Reisen zu den Lazaretten werden darin nur kurz erwähnt. Statt dessen scheint er einen großen Teil seiner Zeit dafür genutzt zu haben, vor allem orthodoxe Klöster und Kirchen aufzusuchen, Gespräche mit den örtlichen Geistlichen zu führen und sich eingehend mit der kirchlichen Kunst auseinanderzusetzen.

Liest man seine Aufsätze und Abhandlungen, so finden wir kaum ethnographische Beschreibungen des Alltags oder der Bevölkerung. Sein Blick richtete sich fast ausschließlich auf die kirchlichen Bauten, die Innenausstattungen der Kirchen, die Bibliotheken und die liturgischen Handlungen der Priester und Mönche. Trotzdem kann man im ethnographischen Sinne von Feldforschungen sprechen.

Seine erste größere Abhandlung „Streifzüge durch die Kirchen und Klöster Ägyptens“ erschien im Jahre 1914. Vorausgegangen waren mehrere Aufsätze, die in verschiedenen Zeitschriften, z.B. in der Zeitschrift für christliche Kunst, Oriens Christianus und im Burlington Magazine, veröffentlicht worden waren und in der vorliegenden Publikation zusammengefaßt wurden. Im Vorwort läßt er die Leser wissen, warum er seine Erkundungen neu vorlegt: er will die Kenntnis über das christliche Ägypten vertiefen helfen und weitere Forschungen anregen.

Jedesmal bevor er auf Reisen ging, studierte er die Publikationen von Forschern, die bereits den Orient besucht und wissenschaftliche Studien veröffentlicht hatten. Im Reisegepäck des Prinzen befanden sich neben dem Baedeker in der Regel mehrere Koffer voll mit wissenschaftlichen Abhandlungen, die er während des Aufenthalts für seine Studien zu Rate zog. Durch seine hervorragende polyglotte Erziehung war es ihm möglich, sich in den großen Städten Ägyptens, Syriens und Palästinas problemlos zu bewegen. Da es aber sein Ziel war, auch die abgelegenen Klöster und Stätten aufzusuchen, und er nicht erwarten konnte, sich verständigen zu können, war ihm die Begleitung sprachkundiger Wissenschaftler äußerst wichtig.

Ein Zitat soll die Art und Weise seiner Darstellung zeigen:

„In der Stadt [Kairo] ist die Zahl der Kirchen eine viel geringere. Die meisten sind sehr klein und unscheinbar. Auch liegen sie in Höfen und sind von der Straße gar nicht sichtbar. Keine von ihnen enthält Kunstschätze, die sich mit denen in Alt-Kairo messen können. Und doch lohnt es sich für den Forscher, auch sie in Augenschein zu nehmen. a) Die Koptische Kathedrale. Diese liegt nicht weit von den modernen Hotels verborgen an einer engen Gasse. Sie ist ein ganz neuer Bau, der architektonisch gar nichts bietet. Im Gegensatz zu den alten Kirchen sind hier zwei Türme. Die neuen Ikonen sind sehr unbedeutend. Schön und alt ist nur ein Bücherpult in eingelegter Arbeit [...] Gleich neben der Kathedrale wohnt der koptische Patriarch Kyrillos, dem ich nach meiner Rückkehr aus der nitrischen Wüste einen Besuch machte, um ihn für die Empfehlung an die Klöster zu danken.“

In der Veröffentlichung von 1914 findet sich auch der Abdruck jenes Empfehlungsschreibens in deutscher Übersetzung aus der Hand seines Reisebegleiters Paul Kage:

„An die geehrten und gesegneten Väter, die Obersten der Klöster des Abu Makar [Der Abu Makar] und des heiligen Amba Bischoi [Der Amba Bishoi] und des Klosters der Syrer [Der as Suriani] und des Klosters Baramus [Der al Baramus] in der Wüste Sihat. Es wird hiermit gemeldet, daß seine Hoheit Johann Georg von Sachsen die Absicht hat, die Wüstenklöster [...] zu besuchen [...]. Er soll mit dem entsprechenden Entgegenkommen aufgenommen werden, an jedem Orte mögen ihm genannt werden und gezeigt werden alle Antiquitäten [...]. Zum Schluß Dank und Anerkennung für Eure Bemühungen. 16. Okt. 1912. Kyrillos.“

Der Prinz reiste stets mit Gefolge. Die Vertretungen der Hapag in den Hauptstädten der bereisten Länder organisierten die Ausflüge vor Ort und stellten einen Reiseleiter zur Verfügung. Auf seiner zweiten Orientreise vor dem Ersten Weltkrieg begleiteten ihn seine Frau, seine Schwester, seine Schwägerin, PD Dr. Paul Kage, geistlicher Beistand und des Arabischen kundig, sein Adjutant und weitere einheimische Helfer. In Ägypten ließ er sich von dem Vizepräsidenten des koptischen Gemeinsamen Rates zu den Klöstern und Kirchen führen, und an den besuchten Orten waren häufig noch weitere Personen als Begleiter dabei, zum Beispiel der Polizeipräsident der besuchten Stadt.

Als er 16 Jahre später zwei weitere große Reisen in den Orient unternommen hatte, veröffentlichte er unter dem Titel „Neue Streifzüge durch die Kirchen und Klöster Ägyptens“ seine Beobachtungen und Studien zu allen seinen Expeditionen. Seine Besuche vergleicht er mit denen vor dem Ersten Weltkrieg und kann so die Fortschritte der Renovierungen, aber auch die voranschreitenden Zerstörungen der Denkmäler sehen. Außerdem versucht er seine vergleichenden Forschungen und neue Interpretationen des Gesehenen dem Leser zu vermitteln.

 

Rastloses Sammeln

In beiden Publikationen gibt Johann Georg nicht nur eine Beschreibung der aufgesuchten Orte und Klöster wieder, sondern auch Auskunft über seine Sammeltätigkeit. Wenn man Sammeln als einen Prozeß umschreiben will, zu dem mehrere Schritte gehören wie das Suchen, Prüfen, Erwerben, Konservieren, Katalogisieren, Systematisieren und das Aufzeigen von Zusammenhängen, so ist er den letztgenannten Aufgaben nicht nachgekommen. Diese Aufgabe überließ er anderen, zumindest wenn sie unscheinbare Metall- und Holzgegenstände betraf. Nichtsdestoweniger forderte er die Leser seiner Schriften auf, sich mit der „Kleinkunst“ zu beschäftigen, von der sein Reisegepäck angefüllt war. Viele Exponate wurden ihm geschenkt. Andere erwarb er z.B. bei Antiquitätenhändlern (zwei erwähnt er namentlich) in Kairo, in Luxor, in Jerusalem und auf dem Berg Athos.

Johann Georgs wahre Sammelleidenschaft galt aber den Ikonen.
Über 150 Objekte waren in seinem Besitz. Datieren lassen sie sich auf einen Zeitraum vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Erworben hat er sie nicht nur im Vorderen Orient und in Rußland, sondern auch in den Hauptstädten Westeuropas.

Für den Volkskundler stellt sich die Frage, warum der Wettiner Prinz auch die kleinen, bisher kaum beachteten Gegenstände in seine Kunstsammlung aufnahm? Dafür bieten sich möglicherweise zwei Erklärungen an. Zum einen ist an die zeitgenössischen Diskussionen um den Volkskunst-Begriff zu denken, den der Wiener Kunsthistoriker Alois Riegl 1896 geprägt hatte und der dem Prinzen aufgrund seiner einschlägigen Leipziger Studien und seines Engagements im Sächsischen Altertumsverein nicht unbekannt geblieben sein dürfte.

Gerade für Sachsen läßt sich in der Nachfolge der Dresdner Ausstellung des Sächsischen Handwerks und Kunstgewerbes von 1896 eine intensive Auseinandersetzung mit dem Volkskunst-Begriff belegen, die 1913 mit der Etablierung des Sächsischen Museums für Volkskunst in Dresden einen vorläufigen Höhepunkt fand. Landaus, landein war man seinerzeit mit der Einrichtung und Präsentation altertumskundlicher, nationaler, volks- und heimatkundlicher Sammlungen beschäftigt, ohne dabei ästhetische und volkserzieherische Fragestellungen zu vernachlässigen. Diese Aktivitäten werden nicht ohne Einfluß auf den Prinzen geblieben sein und dürften sein Interesse für die „Kleinkunst“ befördert haben.
Zum anderen dürfen nicht die religiösen Motive des Prinzen übersehen werden. Seine Kreuze, Rosenkränze, Medaillons, Buchbeschläge und Metallikonen stammten in der Regel aus den Werkstätten von Klöstern, in denen sie als Massenprodukte für Gläubige hergestellt worden waren. Für die Gläubigen waren es aber gesegnete Objekte, die sie als Andenken sowie als Zeugnis christlicher Spiritualität mit nach Hause nehmen konnten. Prinz Johann Georg war mehr als ein reisender Sammler und Wissenschaftler.

Er war auch und vor allem ein gläubiger Christ und Pilger, der sich für die Zeichen und Formen (früh)christlicher Frömmigkeit interessierte und neben den antiken und mittelalterlichen Kunstschätzen wohl – wie sein Bruder Max – nach Verbindungen zur Ostkirche suchte. Dabei war ihm die Beschäftigung mit den Objekten kein Selbstzweck, sondern er versuchte darüber hinaus, das kulturelle Milieu zu erfassen, aus dem sie hervorgegangen waren: „Wer die Kunst eines Volkes versteht, lernt auch das Volk selbst und seine Eigenheiten und Sitten begreifen“.

Es wird nicht zuletzt die Aufgabe der laufenden Projektarbeit sein, die Motive des Prinzen und den Charakter seiner Sammlungen vor dem Hintergrund zeitgenössischer Überlegungen klarer herauszustellen.

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Der vollständige Artikel von Hildegard Frieß-Reimann ist in Heft 17/2 2002, Seite 85-93, abgedruckt. Das Heft kann per Mail oder im Buchhandel (ISSN: 0938-2964) bestellt werden.