25 / 2010

Yasmin Leibenath: „Wer Volkskunde studiert, hat mehr vom Leben?“ Eine Befragung Mainzer Fachabsolventen

Aus dem Vorwort:

Im Unterschied zu allen früheren Jahrgängen besteht der vorliegende Band nicht aus verschiedenen Beiträgen, sondern stellt, bei Lichte betrachtet, eine Monografie dar. Verfasst wurde sie von Yasmin Leibenath als Magisterarbeit mit dem Ziel, gleichzeitig eine Absolventenbefragung und Verbleibstudie für die Mainzer Volkskundlerinnen und Volkskundler durchzuführen. Für die Übernahme dieser Aufgabe und das damit verbundene Wagnis möchte ich Frau Leibenath herzlich danken, denn ohne ihr herausragendes Engagement und viele zusätzliche Mühen könnten wir heute nicht auf dieses wichtige Resümee zur volkskundlichen Ausbildung in Rheinland-Pfalz zurückblicken.
Um die erhobenen Daten möglichst aktuell präsentieren zu können, haben wir uns nach Abschluss des Magisterverfahrens von Frau Leibenath im letzten Jahr zu der etwas ungewöhnlichen Lösung einer Zeitschriftenpublikation entschlossen und auf den mit mehr Mühen und Geld verbundenen Weg einer Einzelveröffentlichung als Buch verzichtet. Dass bis zur Herausgabe des Werkes am Ende auch wieder mehr Zeit verstrich, als ursprünglich vorgesehen war, gehört leider zu den bitteren Erfahrungen, die bei vielen ehrenamtlichen Projekten zu sammeln sind.

Allerdings darf bei der Bewertung von empirischen Erhebungen wie der vorliegenden nie übersehen werden, dass sie ohnehin rasch veralten und daher vor allem dokumentarischen Wert besitzen. Als Frau Leibenath 2008 mit ihren Nachforschungen startete, musste sie notwendigerweise eine Auswahl unter allen Mainzer Absolventen treffen und bezog daher nur diejenigen in ihre Befragungen ein, die zwischen 1980 und 2006 ihr Studium abgeschlossen hatten. Am Ende gelang es ihr, von insgesamt 120 Personen 75 zu be-fragen. 120 Studienabschlüsse in 26 Jahren bedeuten einen Durchschnitt von etwas mehr als viereinhalb Absolventen pro Jahr. Diese Zahl hat sich in den letzten dreieinhalb Jahren auf 18,5 Fälle pro Jahr gesteigert, ohne dass in diese Quote die erst jüngst in Mainz eingeführten neuen BA-Studiengänge überhaupt Eingang gefunden hätten. Hier deuten sich gravierende Veränderungen im letzten Jahrzehnt an, die sich mit den sogenannten Reformstudiengängen noch weiter verschärfen werden.
Die Studie von Frau Leibenath liefert uns insofern einen Abschlussbericht über ein universitäres Auslaufmodell, bei dem (zunächst noch) die Promotion und (danach) vor allem der Magister der volkskundliche Regelstudienabschluss waren. Dass man mit dieser Ausbildung durchaus etwas anfangen konnte, ist auf den folgenden Seiten nachzulesen und dürfte im Rahmen der aktuellen Diskussionen zur Hochschulreform eine wichtige Orientierungsmarke für die Zukunft sein. Allen, die mit ihren geduldigen Auskünften zum Erfolg dieser Erhebung beigetragen haben, möchte ich herzlich für ihre Bereitschaft danken!

Michael Simon